Der Tanz mit der kognitiven Dissonanz

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Beschnitten.

Ich habe hier schon lange nicht mehr mein Gesicht reingehalten also dachte ich, das wäre mal wieder angebracht. Es hat sich viel geändert auf diesem Blog und kaum einer hat gemeckert, jedenfalls nicht öffentlich. Da ich für die selbstverherrlichende URL nichts kann, gibt es zumindest einen neuen Blogtitel. Mit „einfach machen“ habt ihr somit mein Motto für 2013 direkt in eurem Gesicht.

Gehemmt von zu vielen Ängsten und Zweifeln habe ich mein Leben immer brav gelebt und lieber zwei Mal gedacht, als einmal zu wenig und war ein fleissiges Bienchen des Systems. Keine Sorge ich bin jetzt nicht jede Nacht tanzen, schmeiße Drogen und zocke Internetgames. Ein bisschen mehr Leben muss aber schon drin sein. Zumindest hoffe ich das. Der finanzielle Druck ist außerdem stark genug, um mich in meine Schranken zu weisen. Schön-Wetter-Geblogge versuche ich aber zu vermeiden. Ab und an müssen aber Advertorials das ganze hier finanzieren.

Meine Ästhetik hat sich ganz schön gedreht, was ziemlich anstrengend ist. Das eigene Innere wird zutiefst aufgewühlt, wenn man Dinge, die immer wichtig und regenbogenmäßig-toll waren aufeinmal nicht mehr ertragen kann und dann doch wieder irgendwie braucht. Der Tanz mit der kognitiven Dissonanz: Zwei links, eins rechts.

Vieles erscheint mir so dumm, unnötig und blind. Man fragt sich wie lange die Menschen sich noch verarschen lassen wollen und wie man noch Menschenfreund bleiben soll. Massenhafte Verhaltensweisen in Frage stelle und Stirnfalten riskieren oder entspannt mitmachen und sexy Geld verdienen? Schlechte Frage zur schlechten Zeit für ein Modemädchen, das seit Mai 2009 (Happy Vierjähriges lieber Blog, hier mein erster Eintrag: http://www.einfach-machen.blog/angeklopft-hallo/) bloggt.

Ich bin verglichen mit dieser Zeit also etwas beschnitten in meiner Naivität und damit auch in meiner Bewunderungsfähigkeit. Ich bin beschnitten in meinen Themen und in meiner Regelmäßigkeit. Schwer zu sagen, was noch wichtig ist niedergeschrieben zu werden. Outfitposts werden zunehmend schwieriger wie ihr sicher gemerkt habt. Die Texte sind auch irgendwie länger.

Einfach mal machen. Einfach mal Dinge tun, vor denen man eigentlich Schiss hat. Aufhören mit der Verdrängerei. Schlüpper aus und raus aus der Comfortzone. Mal sehen wie weit ich komme. Ich hoffe ihr seid dabei.

PS: Wer verwirrt ist, kann auch einfach nur auf „like“ drücken. Das machen alle so.

 

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2 Comments

  1. Denkt man darüber nach, ist nicht alles irgendwie „dumm, unnötig und blind“. Zumindest geht es mir so, sofern man beginnt über den „Sinn“ nachzudenken. Um was geht es schon und wer entscheidet was besser war, jung und naiv oder alt und weise?! Beginne ich darüber zu Sinnen enden doch die Gedanken recht früh, denn Worauf kommt es an. Der Herr Hesse hat es recht treffend in meinen Augen zusammen gefasst:
    Ob du tanzen gehst in Tand und Plunder,
    Ob dein Herz sich wund in Sorgen müht,
    Täglich neu erfährst du doch das Wunder,
    Daß des Lebens Flamme in dir glüht.

  2. @Roy:

    Natürlich darf man nicht verbittern. Das ist gerade auch so meine größte Herausforderung. Und wenn du sagst, „worum geht’s es denn“? muss ich antworten: Freunde und Familie habe ich gelernt. (Klischee, das für mich wahr geworden ist)
    Nach wenig Zeit für genau die, bin ich einfach unzufrieden gewesen. Und wer 50h arbeitet, kann kein mega tolles Familienleben haben, das ist einfach eine Lüge und wenn man Karriere machen will, dann braucht es meist noch mehr Wochenstunden. Das beides geht ist märchenhaft und wenn ich schonmal ein Kind mache/kaufe, will ich auch Zeit mit ihm/ihr verbringen.

    Was mir hilft ist eben einzelne Teile des Systems zu verstehen und sie deswegen absurd zu finden und nicht mehr zu brauchen. Denn dann brauche ich auch weniger Kohle und dann habe ich auch mehr Zeit für Sachen, die mein Herz hüpfen lassen.

    Das ist natürlich nicht so leicht, wenn es an allen Stellen glitzert und blinkt. Früher habe ich mich immer in einem roten Cabrio mit Autotelefon gemalt, weil ich einfach dachte ich werde mal Managerin der Welt, aber darauf habe ich kein Bock mehr. Ich habe auch kein Bock mehr, dass hundert Jahre alte Ideen und Prinzipien immer noch angewandt werden und ich das toll finden soll. Klar kann man versuchen in den paar Jahren, die man auf diesem Planeten sitzt das beste für einen herauszuholen, aber was hat denn dann noch wert, wenn man selber immer an seine moralischen Grenzen geht? Damit das nicht passiert verdrängen wir oder werden gar nicht erst informiert und das kann es irgendwie auch nicht sein.
    Klar verdränge ich auch viel, sonst würde ich keine Leberwurst essen. Ich suche einfach nur nach … Zufriedenheit. Genau!
    Und ich bin einfach nicht zufrieden, wenn ich weiß dass irgendwann 5 große Lebensmittelkonzerne meine Nahrung kontrollieren werden oder ich bei Mercedes Manager of irgendwas bin und mit meinem schicken Gehalt den Autobau voranbringe, der in meinen Augen gar keinen Sinn hat und nicht zukunftsfähig ist. Ich will mich nicht einfach darauf stützen, das alles schon irgendwie wird und irgendwer schon irgendwie was macht, weil es ja schon immer geklappt hat.

    Mir geht es also um Werte und Wert haben für mich Dinge, die ich nicht einfach so bekomme und vor allem meine Zeit und die schenke ich keiner Firma dieser Welt wieder so wie ich es einmal tat und ich hoffe ich kann mich von einigen Wirtschaftsprinzipien fernhalten, denn wenn ich sehe wie wichtig es für manche meiner liebsten Menschen ist, dass sie endlich die perfekte Küchenlampen oder das neueste Smartphone haben, um danach dann doch wieder unglücklich zu sein, weil irgendwer ja immer eine bessere Küchenlampe oder ein schickeres phone hat, macht mich das traurig. Am Ende suchen ja alle nur Happyness und jeder muss selber sehen, was ihn glücklich macht. Ohne ein sorgendes Herz gäbe es auch kein glückliches.

    Ich will Spaß, ich will Liebe, ich will denken können, ohne dass das gleichgeschaltete Massen mit den Augen rollt, wenn ich mir vegetarischen Aufstrich aufs Brötchen schmiere und sage, dass es bescheuert ist 300€/Monat für Fast Fashion auszugeben (so wie ich es tat).

    Da der Text sehr wirr (Halbschlaf)ist hier noch ein Fazit: Ausruhen auf bestehenden Sachen finde ich unmöglich, man muss glauben, dass sich etwas verändern kann, man muss sich selbst ein bisschen befreien, selber denken und darf nicht darauf warten, dass die reichsten Menschen der Erde über die Entwicklung, Trends und Moral einer ganzen Welt entscheiden dürfen. Wenn man so lebt verändert sich automatisch die Ästhetik und das heißt ja nicht, dass man nichts mehr schön findet, nur anderes.

    SO das war ganz schön viel und teilweise zusammenhangslos, sorry.

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