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Wie ich die Gartenlaube meiner Oma wieder für mich entdeckte

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Ich rolle euch hiermit den roten Teppich der Klischees aus:
Ur-Berliner Blogger-Girl durchschießt die magische 30er-Grenze, versucht der alltäglichen Bedeutungslosigkeit der Konsumkultur mit Yoga und Achtsamkeit zu entfliehen und sitzt jetzt mit handbemalten rumänischen Tassen in der Gartenlaube, um zwischen Gemüsebeeten etwas Sinn auszubuddeln. Isso. 

eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ohne den Garten meiner Oma gäbe es mich heute sogar wahrscheinlich nicht. Meine Eltern liefen sich hier durch Zufall über den Weg, weil ein Kumpel meines Vaters etwas bei den legendären Gartenpartys meiner Familie liegen ließ und pünktlich zur 100 Jahr feier erblickte ich das Licht der Welt. Seitdem hat meine Familie drei Gärten in der Kolonie und an jeder Ecke grüßt jemand, der mich potentiell gewickelt oder zumindest schon als Kind gekannt hat. Während mich das Kleinod zu Beginn meiner 20er als spießigen piefigen Teil deutscher Kultur abschreckte, habe ich dieses Jahr Reißaus genommen, den Friedrichshainer Spätibieren im Park den Rücken zugedreht und sie gegen exzessive Pflanzorgien getauscht.

Obwohl ich als geborene Berlinerin eine ziemliche Großstadtpomeranze bin, spielten Natur und Gärtnern eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ohne den Garten meiner Oma gäbe es mich heute sogar wahrscheinlich nicht. Meine Eltern liefen sich hier durch Zufall über den Weg, weil ein Kumpel meines Vaters etwas bei den legendären Gartenpartys meiner Familie liegen ließ und pünktlich zur 100 Jahr feier erblickte ich das Licht der Welt. Seitdem hat meine Familie drei Gärten in der Kolonie und an jeder Ecke grüßt jemand, der mich potentiell gewickelt oder zumindest schon als Kind gekannt hat. Während mich das Kleinod zu Beginn meiner 20er als spießigen piefigen Teil deutscher Kultur abschreckte, habe ich dieses Jahr Reißaus genommen, den Friedrichshainer Spätibieren im Park den Rücken zugedreht und sie gegen exzessive Pflanzorgien getauscht.

Mit dreckigen Fingernägeln durch Instagram

Natürlich bin ich da nicht die einzige: Kleingärten feiern gerade ein ziemlich hartes Comeback und gleichzeitig reißt Berlin sie für Autobahnen und Wohnungsbau ab. Auch unsere 130 Jahre alte Kolonie könnte 2020 dran sein. Dabei versuchen sich viele aus dem verbohrten Klischee hinter den Parzellen zu befreien. Mit Pinterest-Hacks und Instagram-Hashtags (japp, schaut mal unter #Kleingarten oder #laubenpieper) therapieren wir Stadtmenschen uns jetzt die “first world problems” weg.

 


Eine Irrgärtnerin mit Bock auf Kompost

Als Kind war immer total aus dem Häuschen, wenn ich sah, was die Natur da alles vollbrachte und am Ende zum Beispiel wirklich leckere Erdbeeren im eigenen Garten wuchsen. Der Kleingarten ist sicherlich mitverantwortlich dafür, dass ich schon immer meinen Weltschmerz bezüglich Umwelt und Naturschutz pflegte. Trends wie Zero Waste und Selbstversorgung spielen den Kleingärtnern natürlich wunderbar in die Hände, so habe ich diesen Sommer wenig gekauft und durfte selbst geerntete Zucchinis, Bohnen, Pflaumen und Äpfel genießen. Hello Pflaumen-Chutney und Apfelsaft!

Angefixt von diesem Jahr, habe ich hier mal ein paar Dinge beim Baumarkt herausgesucht, die meinen grünen Daumen im nächsten Jahr verbessern sollen oder einfach den Garten pimpen. Man merkt, dass auch die Baumärkte langsam aber sicher moderner werden und Blümchenmuster gegen stylische Designs eintauschen. Die folgenden Beispiele sind alle von Toom:

 

 

Quelle: Toom

Hochbeet
Der Boden in der Kolonie ist nicht wirklich fruchtbar. Hochbeete sind daher eine gute Hilfe, um sich mit verschiedenen Schichten eine Basis für verschiedene Pflanzen zu schaffen. Außerdem müssen Omi und ich uns dann nicht mehr bücken.

Regentonne
Warum das Wasser versickern lassen, wenn man es auch auffangen kann.
Das Brunnenwasser ist gerade bei Hitzeperioden manchmal viel zu kalt für die Pflanzen (hab ich gelernt!) und deswegen ist es ganz gut seine Sensibelchen mit abgestandenem Regenwasser zu gießen.

Gewächshaus
Sukkulenten ohne Ende werde ich hier drin züchten, oh ja! Ich hätte nicht gedacht, dass es ein Gewächshaus auch zum easy Aufstellen gibt, doch der Baumarkt ist immer öfter für eine Überraschung gut und so wird auch ein kleines Faultier wie ich dazu animiert in diesem Plastikpalast ein paar mehr Pflanzen zu ziehen.

Grill und Feuerschale
Grilljunkies aufgepasst! Hierzu brauche ich eigentlich gar nicht mehr sagen. Vom Beet auf den Grill und ab in den Bauch. Bei so einem fancy Teil verlängern sich die Fressorgien sicherlich um Stunden.

“This is so unique, you can’t find that anywhere in other big cities”

…sagten mir einige internationale Freunde, die mich dieses Jahr besuchten und auch mein Irish man war sehr verwirrt als er das erste Mal in den Garten stolperte. Doch wie lange noch? Laupenpieperei ist ein Stückchen Geschichte, es bietet besonders für Menschen, die sich kein eigenes Haus mit Garten leisten können die Möglichkeit für Natur und Erholung. Sie sind aber auch als soziale Räume unheimlich wichtig. Natürlich braucht Berlin mehr Wohnungen, aber vielleicht können wir uns was Schlaues überlegen, damit die Qualität für seine Bewohner erhalten bleibt. Wer mich jetzt als Spießerin beschimpfen will, darf das ruhig, aber manchmal brauche auch ich ein bisschen Pause und Flucht vor all den gewaltigen Themen wie Rechtsruck, Klimawandel und Feminismus, um Kraft für die nächste Diskussion zu schöpfen.

Social Media Irrgärtnerin, die immer zuerst die Faxnummer anruft & eines Tages dadurch noch einmal ihr Gehör verlieren wird.

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