digitale achtsamkeit

Stress? Come on!

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Endjahresstress, Beziehungsstress, digitaler Stress, Arbeitsstress, Weihnachtsstress…. Ich höre das “S”-Wort ganz schön oft um mich herum. Selber versuche ich es mittlerweile zu vermeiden, weil es mir vorkam, als würde ich mich an vielen Tagen in eine Stresssituation hineinmeckern, die so vielleicht gar nicht da war. Ich gebe aber zu, dass es mittlerweile ziemlich schnell von außen mit allen möglichen Reizen und Ängsten angepiekst werden kann.

Was ist Stress eigentlich?

Wir sprechen so viel über ihn wie eine Art Ungeheuer, dabei ist er eine Reaktion in unserem Körper und wird oft durch unsere Gedanken beeinflusst. Die (chemischen) Stress-Reaktionen (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Cortisol) in unserem Körper haben wir fein aus der Steinzeit mitgebracht. Damals halfen sie uns vor so allem möglichen lebensbedrohlichen Dingen zu flüchten und zu überleben. Jetzt erhaschen sie uns, wenn wir stillschweigend vor dem Laptop sitzen. Blut & Herzschlag gehen hoch, Aktivität von Magen und Darm wird heruntergefahren. Mit all dieser Energie sitze wir heute in Meetings und am Rechnern oder tippen wütend auf dem Touchscreen herum statt wegzurennen. Das kann krank machen.

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Mind full? Mindfulness!

Manchmal merkt man auch für lange Zeit gar nicht, dass man gestresst ist, kennt ihr oder? Der Pegel der Anspannung schubst einen immer weiter und die Aufgaben hören ja sowieso nie auf. Nicht umsonst findet man super viel Literatur zum super viel Literatur zum Stressmanagement oder hört seit drei Jahren immer mehr von Achtsamkeit oder Mindfulness. First-World-Problem-Lösungen für First-World-Problem-Krankheiten. Denn meiner Meinung nach erinnern uns diese Übungen “nur” daran, dass wir mal wieder auf uns selber hören sollen. Das Leben ist keine App, niemand hat 500 Freunde und eine Umarmung ist mehr wert als ein Like. Mindfulnessübungen sind manchmal ganz einfach und offensichtlich, aber hey! wie viele Menschen kennt ihr denn, die es noch schaffen mal 10 Minuten ohne Medien und Ablenkung in der Gegend rumzuschauen? Hinter der kompletten Lehre der Achtsamkeit stecken viele spirituelle und religiöse Grundlagen des Buddhismus. Sie davon zu trennen und als hippe Relaxübung für Großstädter zu verkaufen geht dabei vielen gegen den Strich.

Meine eigene Unachtsamkeit

augenaufschlag Copyright www.einfach-machen.blogEs fühlte sich für mich immer so an, als könnte, dürfte, wollte und müsste ich alles. ALLES. Deswegen versuchte es zumindest hinzubekommen, dieses alles in mein Leben einzubauen und zu versuchen und verbummelte mich am Ende selbst. Körpersignale konnte ich nicht mehr erkennen, denn gegen Müdigkeit gab es Kaffee und Energiedrinks. Für Kopfschmerzen, Rückenverspannungen und Übelkeit wurden Tabletten genascht. Bei emotionalem Kladderadatsch wurde mehr gearbeitet, mehr Freunde getroffen, mehr Party gemacht.

Dabei kommt noch ein tolles Wort ins Spiel: Freizeitstress. Wie gern knallte ich mir die Woche zu und machte jeden Abend noch etwas. Natürlich machte mich das auch happy, aber ich hatte mein Stresslevel im Hintergrund unterschätzt und dann kam es wabernd und beständig zu so einem Zustand in mir, den manche als Burnout, andere als Überlastung oder ähnliches beschreiben. Ersteres hat nämlich bisher keine wirkliche offizielle Diagnose.

 

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Das einzusehen dauerte lange, Konsequenzen daraus zu ziehen dauerte noch viel länger und bei einigen Sachen rutsche ich auch heute noch in schlechte Muster. Es gibt verschiedenste Methoden um das Stresslevel runter zu fahren, hier sind drei, die ich ganz easy und effektiv finde:

  1. WECHSELATMUNG: Bei der Wechselatmung atmest du durch ein Nasenloch ein, hältst die Luft an, dann atmest du durch das andere Nasenloch aus – und zwar im Verhältnis 2:8:4. Eine genaue Anleitung findest du hier. Was das bringt? Durch die Konzentration auf den Moment, entspannst und
  2. POSITIVE VIBES: Während die Entscheidung sich die schlechtmöglichste Entwicklung einer Situation unter Stress vorzustellen in der Steinzeit das Leben retten konnte, bringt sie uns in der modernen Welt oft in eine Abwärtsspirale. UNCOOL! Schaut euch doch mal die Broaden and Build Theorie an & versucht sie in der nächsten negativen Situation anzuwenden, in der ihr normalerweise meckern, Angst haben oder vor den Kopf gestoßen sein würdet & versucht gezielt das Positive an der Sache zu sehen und mit ganz fröhlichem oder freundlichen Verhalten gegenzusteuern. 
  3. MEDITATIONS MINIs: Als Zynismus-Superstar fiel es mir suuuuuper schwer jemals irgendetwas zu starten, das einer Meditation nahekommt, ohne es abzulehnen oder zu belächeln. Neben den Atemübungen, die erstmal banal erscheinen, aber wirklich etwas bringen und überall unbemerkt gemacht werden können, finde ich den Podcast dieser Lady ganz hilfreich:

Headerbild by Fabian Møller

Social Media Irrgärtnerin, die immer zuerst die Faxnummer anruft & eines Tages dadurch noch einmal ihr Gehör verlieren wird.

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