YourSelfie!

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Nachdem „Selfie“ zum Wort des Jahres des Oxford Dictionaries gekürt wurde, begann ich über mein eigenes Selfie-Verhalten nachzudenken und fand in den drei Jahren Geschichte meines Instagram-Accounts so einige Beispiele. Doch was sagt die Selfiekultur über uns aus?

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Laut Urban dictionary ist ein Selfie: „A picture taken of yourself that is planned to be uploaded to Facebook, Myspace or any other sort of social networking website. You can usually see the person’s arm holding out the camera in which case you can clearly tell that this person does not have any friends to take pictures of them so they resort to Myspace to find internet friends and post pictures of themselves, taken by themselves. A selfie is usually accompanied by a kissy face or the individual looking in a direction that is not towards the camera.“

Sind Selfies nur widerliche Selbstliebe?

Viele Menschen haben sich schon in der Selfie-Deutung versucht. Manche bezeichnen es als narzisstisches Unternehmen oder plädieren umgekehrt dafür, dass sie vielmehr den Narzissmuss demaskieren und bei der Suche nach dem Selbst helfen oder erheben Selfies zum digitalen Tagebuch, mit dem wir einfach eine kleine Spur hinterlassen wollen in der kurzen Zeit unserer Existenz. Selbst akademische  Abhandlung zum Thema Selfie als Hilfsmittel kann man bereits online finden.selfie_collage1

Abgesehen davon, dass Selfies in Kombination mit einem Badezimmer-Surrounding dekoriert mit einem Duckface schon recht abschreckend wirken, hat mich Selfies at funerals doch noch einmal richtig umgehauen. Das erste Mal selbst geknipst habe ich mich jedoch schon als ich klein war, mit der analogen Kamera von Mama, weil man sich selbst doch sein einfachstes und zugleich schwierigstes Model ist. Für mich sind Selfies ein spaßiges Hilfsmittel zur Alltagsdokumentation und ich sehe sie mir genau so gern von anderen an und muss nicht selber immer der Sender dieses Motivs sein. Irgendwie rufen Selfies doch: „Guck mal hier bin ich, das mach ich gerade und so gehts mir dabei“ und das zu präsentieren ruft immer wieder, egal ob online oder offline, die Frage auf, wen das interessieren soll und wen nicht. Zur Not also einfach wegschauen oder -lächeln, aber nicht gleich wieder die Hassposaune blasen. Es ist ein Stückchen Kultur unserer Zeit, in der wir uns immer wieder selbst hinterfragen und/oder optimieren wollen. Vielleicht ist diese Kultur extrem bescheuert, aber ich bin auf jeden Fall irgendwie ein Teil davon.

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