Fruit Leather veganes leder

Vegane Alternativen zu Leder Teil 2: Fruit Leather

in Mode by

Vor einiger Zeit habe ich mir die Frage gestellt, wieso Leder eigentlich immer noch gehyped wird und ob Leder nicht auch irgendwie vegan geht, also zumindest Lederoptik. Plastik war dabei keine Alternative für mich und so zog ich aus, die Neuheiten für euch zu finden und bin mit spannenden Projekten zurück gekommen. Heute stelle ich euch Fruit Leather vor.

In meinem ersten Artikel über vegane Alternativen zu Leder habe ich über Piñatex gesprochen, einem lederähnliches Material aus Ananas-Blättern. Seitdem war ich hier in Berlin im Green Fashion Show Room unterwegs und habe mich nach weiteren Alternativen zu Leder umgeschaut. Im zweiten Teil stelle ich euch heute Leder aus Obstresten vor. Klingt komisch, ist aber ziemlich geil. Aber seht und lest selbst. 

Waste is not trash

Fruit Leather Rotterdam

Fruit Leather Rotterdam – Leder aus Obstresten

Fruit Leather oder Frucht-Leder mag dem ein oder anderen vielleicht ein Begriff sein. Die meisten verbindet damit Trockenobst und einen gesunden Snack. Das will ein niederländisches Team aus Designern künftig ändern. Das Team aus Studenten der Willem-De-Koening Academie haben sich einem der größten sozialen Probleme in und um Rotterdam angenommen – dem Abfall. Der Straßenmarkt im Herzen von Rotterdam gilt als einer der größten Märkte in den Niederlanden. Hier werden täglich fast 3500 Kilo Obst- und Gemüsereste weggeworfen, weil sie für den Handel nicht mehr zu gebrauchen sind. Die Händler zahlen pro Kilo, das sie entsorgen rund 0,12€. Um die hohen Kosten zu vermeiden, entsorgen viele Händler ihren Abfall illegal. Die Studenten sind überzeugt, dass die übrig gebliebenen Obstreste kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff sind. Aus Alt mach Neu und aus Obst mach Leder!

Veganes Leder: Obstleder Fuit Leather
Vegane Alternativen zu Leder: Ein Material aus Obstresten – Quelle: www.fruitleather-rotterdam.com

Das Fruit Leather ist somit also nicht nur vegan, sondern auch nachhaltig. Um aus den Obstresten ein neues Material zu gewinnen, werden zuerst die Samen entfernt. Im nächsten Schritt wird die ganze Obstmasse eingekocht bis sie flüssig und frei von Bakterien ist, die das Obst verrotten lassen. Im Anschluss wird die Masse getrocknet und weiterverarbeitet. Aus dem daraus gewonnenen Material werden Taschen, Dekoration und Stühle hergestellt. Die Produkte aus Obstleder gleichen momentan eher Prototypen und Designobjekten, als wirkliche Gebrauchsgegenständen.

Veganes Leder ist erst der Anfang

Das niederländische Team ist sich aber sicher, dass das Material Potential für eine massentaugliche und kommerzielle Nutzung hat. Das Ziel ist es, eines Tages nicht nur tierisches Leder, sondern auch Plastik, Karton oder Papier als Verpackungsmaterial mit Fruchtleder abzulösen. Eine ziemlich geniale Vorstellung wie ich finde! Leider gibt es bisher noch keine Informationen über m² Preise oder ab wann das Material für den kommerziellen Nutzen zur Verfügung steht. Wer sich noch weiter informieren möchte, kann auf der Website vorbeischauen.

Tasche_Fruit_Leather_Rotterdam
Tasche aus Fruit Leather – Quelle: www.fruitleather-rotterdam.com

(Wahl-) Berlinerin, Reisefreundin & Modeliebhaberin. Immer auf der Suche nach spannenden Geschichten, tiefen Einblicken und oberflächlicher Schönheit. Vertont ihre Handlungen gerne (kschhhh & bbrrr).

3 Comments

  1. […] Upcycling deluxe würde ich mal sagen! Die Macher dieses Materials kommen aus Rotterdam und kamen auf die Idee die Abfälle ihres Landes besser zu verwerten. In den Niederlanden werden täglich fast 3500 Kilo Obst- und Gemüsereste weggeschmissen (und wir reden hier nur von den Resten…). Wieso dann nicht eine Tasche daraus machen? Auch wenn das Material erstmal nur getestet wird, ist es ein spannendes Experiment. Die Jungs lassen die Reste von Äpfeln, Gurken und Bananen jeden Tag mehr wie echtes Leder aussehen und hängen sich voll rein. Man darf gespannt sein, was man von Fruitleather Rotterdam noch hören wird. Mehr Infos zu dieser Lederalternative gibt es hier. […]

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Latest from Mode

Go to Top