Lippen so rot wie dein Blut, Gesicht weiß wie meine Angst und Haare schwarz wie unser Unglück

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Du bist schon längst über die sieben Berge gestiefelt, ganz verkatert…,
doch dein Duft ist hier geblieben. Es war als hätte sich diesmal Schneewittchen an einer Spindel gestochen, dabei hatte sie noch den vergifteten Apfel im Hals.

Mein Herz schlief 100 Jahre in einem Schloss voll Dornen und wartete auf dich, doch jetzt wo du, mein Prinz, mich geküsst hast, sehe ich nur noch den Frosch in dir und dieser ist ganz und gar nicht königlich.

Während du den Brotkrumen hinterher gelaufen bist, habe ich von fremden Tellerchen gegessen und im finsteren Wald den bösen Wolf getroffen. Er hat ein paar mal kräftig gepustet bis das Backsteinhaus in dem das Gefühl für dich wohnte, gänzlich in sich zusammenfiel. Jetzt liegt es begraben in einem gläsernen Sarg.

Der böse Wolf nahm mich mit: die fiese Stiefmutter lud uns zum Essen ein, wir erschreckten die sieben Gaislein, lachten viel und oft. Ich hielt sogar seine Hand während wir in den Brunnen fielen, naiv genug zu glauben, dass die Steine in seinem Magen tiefe Gefühle für mich waren.

Nun stehst du allein vor dem zuckersüssen Lebkuchenhaus gebacken aus allerhand „Warums“ und hast doch kein Spieglein an der Wand um es zu befragen.

Diesmal gibt es keinen Hans im Glück, dafür umso mehr hässliche End – lein. Es ist so hässlich allein…

 

 

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