Bye bye H&M – Abschied vom Konsumzwang

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Seit ca. 10 Jahren konsumiere ich jetzt H&M-Klamotten, -Schuhe, -Schmuck und -Accessoires – jetzt ist Schluss! Lang genug konnte ich Kinderarbeit, Konsumwahn und Geldrauswerferei verdrängen, doch nun weigert sich mein Verstand. Kein leichter Abschied.


„Komm wir gehen mal gucken, was es Neues bei H&M gibt!“ war keine seltene Unterhaltung zwischen mir und meinen Freundinnen. So schnell wie H&M schiebt fast keiner neue Klamotten nach und hat außerdem die neuesten Trends zu super erschwinglichen Preisen.
Das junge Mädels in armen Ländern deswegen leiden (ja, sie sind nicht von H&M angestellt sondern vom Zulieferer, aber das machts wenig besser), die Klamotten nach 3 Wäschen kaputt gehen oder nur noch halb so groß sind, war mir erst egal und wurde dann verdrängt. Die Kauflust stand im Vordergrund.

Ich bin beim H&M Newsletter angemeldet, bekomme den Katalog und Extrahefte, habe die App und regelmäßig schlürfe ich in den Läden vorbei. Wenn bei COS Sale ist, bin ich die erste die losrennt, doch das muss jetzt aufhören. Keine Conscious Collection dieser Welt kann mich davon abhalten.

Wie komme ich los von H&M?

Mein guter Vorsatz wird natürlich sehr sehr hart einzuhalten sein. Ich habe jedoch einige Maßnahmen geftroffen, die es mir erleichtern werden. Es geht mir nicht nur darum, dass H&M Ausbeutung in anderen Ländern fördert, sondern auch um den Kaufdruck, den das Unternehmen auf mich auswirkt. Ich will eine schlaue Konsumentin werden.

Ich habe einfach bei jedem verdammten neuen Katalog den Wunsch mir viele Dinge zu bestellen und gerate ordentlich unter Konsumdruck, da ich auf einmal unbedingt neue Klamotten will. Ich denke mir „Hach das Kleid dann im Urlaub oder bei der Party“. Ich rede mir ein, dass ich etwas bestellen muss, weil ich ja bis Ende des Monats 10% Rabatt bekomme, dabei habe ich Marketing studiert und weiß wie das läuft.

Ich werde es sicherlich (so realistisch bin ich) nicht schaffen für immer zu widerstehen, aber meine Käufe vermindern. Natürlich werden die Klamotten von den anderen Marken, die ich kaufe auch aus ähnlichen oder den gleichen Fabriken kommen, falls ich nicht komplett umsteige, aber ich werde bewusster einkaufen und mich nicht täglich mit Werbung beballern lassen. Das bedeutet:

  • App wird gelöscht
  • Newsletter wird abbestellt
  • Katalog wird abbestellt

Puh. Wenn ihr eure Klamotten mal auf Kinderarbeit testen wollt, guckt hier vorbei www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de .
Habt ihr auch schonmal darüber nachgedacht?
Findet ihr meinen Plan albern? Alles Übertreibung?

15 Comments

  1. Ich find’s ein super spannendes Thema und ich bin schon gespannt auf deine Erfahrungen. Schade, dass nur bereits so viele Shops zu H&M gehören, wie beispielsweise Monki, Weekday oder Cheap Monday. :/

    liebe Grüße xx

  2. schöner vorsatz – ich habe durch meinen „5 piece french wardrobe“ vorsatz, mein kaufverhalten geändert und wenn ich jetzt einen H&M betrete, verlasse ich ihn meist mit leeren Händen wieder.

  3. Find ich eine tolle Idee! Ich würds wahrscheinlich nicht mal ein Monat aushalten.. obwohl, beim letzten Katalog hab ich auch meine „was ich mir gerne kaufen würd“-Liste aufgeschrieben, aber nix davon anprobiert.. weder bestellt noch direkt im Laden angeguckt 🙂

  4. also das bisschen selbstdisziplin sich vor so einem laden zu hüten oder zu schauen was es für alternativen gibt sollte man schon aufbringen, immerhin geben die lockeren europäischen arbeitszeiten das her.

    wenn man täglich 10-12h inner fabrik linker haufen zu rechtem haufen arbeitet ist es was anderes.

  5. eine ausgezeichnete idee! unabhängig von diesem post hab ich mir vor 5 wochen geschworen, nie wieder bei H&M einzukaufen, obwohl es coole sachen gibt, meine gründe waren vor allem, wie H&M produziert, ausserdem habe ich am eigenen leib erfahren wie es ist für dieses unternehmen zu arbeiten, gehirnwäsche ist ein dreck dagegen, ausschlaggebende situation war eine ewige diskussion mit einer verkäuferin an der kasse vor allen anderen wartenden kunden, wegen eines umtauschs. H&M nervt leute! überlegt ob ihr das zeug wirklich braucht um happy zu sein, kauf lieber ne schöne cd, geh eisessen oder ins kino oder irgendwas. schönheit kommt von innen und mal ehrlich aus dem alter sind wir doch raus, dass wir wirklich glauben klamotten machen uns cool…

  6. @kalamity: Danke für deine Gedanken und die Zustimmung! Als Modebloggerin kann und will ich natürlich Mode an sich nicht komplett verteufeln. Es geht mir aber um bewussten Konsum und darum, dass man einfach mal anfängt wieder nachzudenken anstatt sich von den bunten Bildern und Images, die bestimmte Sachen transportieren wollen/sollen etc. blenden zu lassen. Es ist ein erster Schritt, dennoch werden Klamotten für mich dadurch nicht unwichtig.

  7. Ich finde den Beitrag super!! ich hab mir selbst schon so oft vorgenommen nichts mehr dort zu kaufen, aber deine Gedanken und Worte, haben mich jetzt nochmals motiviert das nicht mehr zu tun, auch wenn die Versuchung groß ist!!
    Ich hoffe du hast Erfolg und wirst uns über deine Erfahrungen berichten! 🙂

    LG Alola

  8. Fins ich top, zumal ich H&M seit sehr langer Zeit meide. Das Problem ist nur, dass es kaum Klamottenlabels/-läden gibt, die nicht unter solchen Bedingunen herstellen… :/

  9. @Kalamity:
    Sorry, aber diese ewigen Diskussionen mit Kunden entstehen zu 99% durch das Unverständnis von Leuten, die selbst noch nie hinter ´ner Kasse standen und einfach keine Ahnung von den Routineabläufen haben. Und das gilt für den gesamten Einzelhandel.
    Das es einen Sinn haben könnte, dass man nur eine begrenzte Anzahl an Kleidungsstücken mit an die Anprobe nehmen darf, da kommt ja auch kaum jemand drauf. Hauptsache kaufen, kaufen, kaufen…
    Aber das ist wohl ein anderes Thema!

  10. finde dein vorhaben sehr gut und bin interessiert, wie sich das entwickelt.
    morgen kommt 18uhr auf 3sat‘ was zum thema -faire kleidung-

  11. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung und viel Erfolg auf deinem Weg!

    Ich selber habe seit 3 Jahren kein einziges Produkt von H&M und Konsorten gekauft und es geht mir sehr gut damit. Jedoch hatte ich den Auslöser, ein Jahr in einem asiatischen Entwicklungsland zu leben, was die Entscheidung gegen das westliche Konsumverhalten und gegen Kinderarbeit und Co wahrscheinlich einfacher macht. Ich gehe immer wieder zur Probe in einen H&M, gehe aber innerlich kotzend und angeekelt innerhalb von 2 Minuten wieder raus.

    Willkommen in einer Welt (fast) ohne Mode aus Sweatshops und mit weniger schlechten Gewissen.

  12. Freut mich sehr, daß Du H&M den Rücken kehrst. Es ist ganz leicht.

    Ich lebe schon sehr lange ohne Großeinkäufe bei dieser Firma wie auch bei all den anderen, ob ZARA und Co.
    Besuche mich auf meinem Blog Fr.Jona&son, es ist einer der wenigen grünen Modeblogs in Österreich.

    Liebe Grüße, Sonja

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