3 Dinge, die ich letzte Woche noch nicht wusste – Hirnedition

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In der letzten Woche stand bei mir alles unter dem Stern „Mind equals blown“. Ich bin weiter in die Neurowissenschaft getaucht und anders als erwartet, ist sie nicht die kühle andere Seite, die im Widerspruch zu Gefühlen, Fantasie oder Leidenschaft steht. Ganz im Gegenteil! Hier sind drei Fakten, die mich besonders bewegt haben.

Das Gehirn ist dynamisch und passt sich immer wieder an. Es kreiert neue Verknüpfungen, speichert Emotionen und kann auf unterschiedlichste Weise getriggert werden. Bis vor kurzem dachte ich noch Lernen hätte eher etwas mit Wissen eintrichtern und abspeichern zu tun und Erinnerungen wären irgendwann abgelegt oder gingen eben verloren. Ziemlich naiv von mir, doch auch die Wissenschaft entdeckt derzeit bezüglich Hirnforschung täglich neue Dinge und wirft alte Weisheiten über Board. Wir befinden uns gerade also in einer spannenden Phase!

1. Erinnerungen sind formbar

Es gibt keinen Ort, der in unserem Kopf wie ein dickes Buch sitzt, in dem all unsere Erinnerungen stecken und in dem wir dann immer wieder nachschlagen. So hatte ich mir Erinnerungen bisher immer vorgestellt. Tatsächlich ist es jedoch so, dass jedes Mal, wenn wir uns erinnern unsere Synapsen angeschmissen werden und wir die Erinnerung reproduzieren. Dadurch werden Erinnerungen jedes Mal ein kleines bisschen verändert. Hier spielen vor allen Dingen auch Gefühle eine große Rolle, die wir mit der Erinnerung abspeichern.

Der kanadische Hirnforscher Endel Tulving belegte, dass das Faktengedächtnis (semanti­sche Gedächtnis) und das episodische Gedächtnis (die persönliche Erfahrung) zwei funktionell voneinander getrennte Bereiche des Gehirns sind. Das erklärt auch, warum man so oft Erfahrungen erst einmal selber machen muss, bevor man gewisse Dinge versteht oder sich merken kann. Gefühle sind also doch viel wichtiger als die Welt uns immer weiß machen will, auch für Wissen und Job. Gruselig ist allerdings schon, dass Erinnerungen scheinbar recht labile Konstrukte sind, die nachträglich ordentlich beeinflusst werden können.

2. Inception ist gar nicht so unrealistisch

Nicht nur, weil ich Leonardo DiCaprio als Schauspieler verehre, ist dieser Film mir im Kopf geblieben. Inception spielt mit Wahrnehmung, thematisiert Hirnleistung und -gespinster und lässt die Zuschauer am Ende mit mehr Fragen als Antworten zurück. Auch im Knallerfilm Eternal Sunshine of a Spotless Mind (Vergiss mein nicht) taucht man ab in den Geist eines Anderen. Der Protagonist will sich mit einem Apparat seine Verflossene aus dem Gedächtnis löschen lassen, um seinen Kummer zu überwinden. Was hier noch wie Science Fiction scheint, wird allerdings schon an Mäusen getestet. Diesen wird auf Knopfdruck die Erinnerung verändert, wodurch sie sich von jetzt auf gleich in gleicher Umgebung unterschiedlich verhalten. Bei Menschen wird mit anderen Verfahren gerade versucht ihre Erinnerungen umzuprogrammieren, um so Phobien und evtl. bald auch Depressionen behandeln zu können (passend auch zu 1.).

3. Positive Gedanken sind nicht nur was für Spirituelle oder Naivlinge

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Positive mind, positive vibes, positive life – Scheiße das stimmt wirklich

Dieses verdammte „Do more of what makes you happy“ kann ich schon langsam nicht mehr hören und sehen, aber es trifft es doch wohl sehr gut! Während ich lange und gerne Zynikerin war, muss ich doch langsam einsehen das positives Denken hilft! Negative Gedanken fangen und blockieren ein und können sogar krank machen. Durch sie programmieren wir unser Hirn darauf fleißig Stress- und Angsthormone auszuschütten und vollends auf das Negative zu fokussieren. Wir vergessen dabei gerne all die guten Sachen und Möglichkeiten um und herum. Positives Denken beflügelt und motiviert im Gegensatz dazu und wirkt sich so auf viel mehr als nur die Stimmung aus. Eine der wissenschaftlichen Theorien die dahinter steckt ist die Broaden-and-build-Theorie.

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Social Media Irrgärtnerin, die immer zuerst die Faxnummer anruft & eines Tages dadurch noch einmal ihr Gehör verlieren wird.

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